Was ist überhaupt 'Geocaching' ?

In den meisten Veröffentlichungen zum Thema Geocaching wird dieses als 'moderne Schnitzeljagd' bezeichnet. Das trifft meiner Meinung nach jedoch nur bedingt zu (siehe Multi Cache).
Ich würde es eher als moderne Schatzsuche bezeichnen, wobei das Wort 'Schatz' nicht wörtlich zu nehmen ist.

In fast allen Fällen soll der Geocacher Verstecke oder Örtlichkeiten suchen, an oder in denen von einem anderen Geocacher (dem sogenannten owner oder Besitzer) irgendein Behälter deponiert wurde. In diesem Behälter befindet sich mindestens ein Papierstreifen oder auch Logstreifen, bzw. ein Büchlein oder auch Logbuch. Der Finder hat hier die Möglichkeit, sich mit Datum, Uhrzeit und seinem Nicknamen, den er als Geocacher führt, einzutragen. Damit dokumentiert er, dass er diesen Behälter, bzw. diesen Cache gefunden hat und platziert den Behälter für den nächsten Geocacher wieder an gleicher Stelle.

Das ist eigentlich schon alles...... Na ja, ehrlich gesagt, nicht ganz ;-)

Irgendwie muss der Geocacher ja eine Quelle haben, in der die Verstecke aufgelistet sind. An erster Stelle muss hier zweifellos die Firma Groundspeak genannt werden. Auf deren Internetseiten www.geocaching.com sind mehr als eine Millionen Geocaches auf der ganzen Welt gespeichert, die man nach einer Registrierung grundsätzlich kostenlos abrufen kann.
Für den Geocacher wichtig sind hierbei in erster Linie die Ortsangaben der Caches, die in Form von Geo-Koordinaten veröffentlicht werden. Für Europa sind das z.B. detaillierte nördliche Breitengrad- und östliche Längengrad-Angaben. Nun kommt die Technik ins Spiel und macht das Cachen erst zur modernen Schatzsuche. Die Geo-Koordinaten der Internetseiten werden in ein GPS-Gerät eingegeben und dort gespeichert. Gibt man nun einen gespeicherten Cache im Gerät als Ziel an, zeigt es sogleich, in welche Richtung man sich bewegen muss, um dort hin zu gelangen. Außerdem kann am Gerät abgelesen werden, wie weit das Ziel (der Cache) noch entfernt ist. Diese Angaben beziehen sich allerdings nur auf die Luftlinie zum Cache. Wie der Geocacher zum Ziel gelangt, ist sein Problem. Die besseren (und kostspieligeren) Geräte verfügen über eine topografische Karte, die das Navigieren ungemein erleichtern.

Jeder Cache hat eine eigene Seite. Neben den Geo-Koordinaten findet man noch allerlei weitere nützliche Informationen über den Cache, wie z.B. die Höhe des Schwierigkeitsgrades, den Cache-Typ, die Größe des Behältnisses und in den meisten Fällen auch interessante Infos, warum der cache überhaupt versteckt wurde. Leider gibt es auch zahlreiche unrühmliche Ausnahmen, bei denen der cache nur nach dem Motto 'hier war noch keiner, jetzt ist hier einer' versteckt wurde.

Darüber hinaus hat jeder Geocacher die Möglichkeit, hier bekannt zu geben, dass er den cache gefunden oder auch nicht gefunden hat. Oft werden dabei auch Angaben darüber gemacht, unter welchen Umständen man den Cache gefunden hat, was teilweise recht amüsant ist. Der Geocacher kann hier also seinen Fund auch öffentlich mitteilen (loggen).

Die Firma Groundspeak, beheimatet in den U.S.A., hat erkannt, dass man mit dem Hobby Geocaching auch Geld verdienen kann und stellt gegen eine Jahresgebühr von 30 Dollar diverse Funktionen zur Verfügung, die dem Geocacher das Recherchieren und Herunterladen von Cache-Beschreibungen wesentlich erleichtert.

Das deutsche Pendant zur amerikanischen Seite ist www.opencaching.de, wobei das 'open' schon darauf hindeutet, dass es sich um eine nicht-kommerzielle Internetpräsenz handelt. Mittlerweile gibt es Kooperationen mit mehreren europäischen Cache-Sites. Das Angebot an suchbaren Caches ist hier allerdings relativ gering. Während auf der amerikanischen Site allein für Deutschland über 230.000 Caches gelistet sind, können auf den europäischen Sites nur ingesamt ca. 29.000 Caches aufgerufen werden.
 

Geschichtliches

Nachdem am 2. Mai 2000 die künstliche Verschlechterung der Genauigkeit des GPS-Signals amerikanischer Satelliten durch die US-Regierung abgeschaltet worden war, war der Einsatz von GPS-Geräten im privaten Bereich praktikabel geworden. Um diese Verbesserung zu feiern, schlug der Amerikaner Dave Ulmer am 3. Mai 2000 in der Usenet-Newsgroup sci.geo.satellite-nav vor, ein weltweites Spiel zu starten und an besonderen Orten Behälter mit Tauschobjekten und einem Logbuch zu verstecken. Noch am 3. Mai 2000 vergrub Dave Ulmer in der Nähe der Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon einen schwarzen Plastikeimer, in dem er neben CDs, einer Videokassette, Geldscheinen, einem Buch und einer Steinschleuder auch eine Konservendose mit Bohnen hinterlegte. Anschließend veröffentlichte er die Koordinaten des Verstecks in der Newsgroup. Innerhalb eines Tages nach der Veröffentlichung wurde der Eimer als erstes von Mike Teague gefunden.

Am 2. September 2000 teilte Jeremy Irish in dieser Newsgroup mit, dass er unter der Adresse geocaching.com eine eigene Website zur Auflistung der Caches erstellt hatte. Diese übernahm alle bisherigen Eintragungen von der alten Seite, die Mike Teague aus Zeitgründen nicht weiter aktualisieren konnte.
 

Weitere Informationen

Die wichtigsten Cache-Typen

Traditioneller Cache 

Multi Cache

 Mystery Cache

Letterbox

Earth Cache

 Webcam Cache

Virtual Cache

Whereigo Cache